knotenRentenversicherung im Minijob

Ihr Schützling will einen Minijob über 450 € annehmen. Er hat gehört, dass er vom Jobcenter trotzdem Geld bekommt, einen Teil seines Gehaltes aber angerechnet wird.

Sein Chef hat ihm geraten, sich gegen die Rentenversicherungspflicht zu entscheiden, damit er nicht auf 16,20 € seines Nettogehaltes verzichten muss.

Wieviel Geld hat er zusätzlich zu seiner Grundsicherung, wenn er den Minijob annimmt?

Soll er die Befreiung von der Rentenversicherung beantragen, damit ein höheres Nettogehalt übrigbleibt?


 

Der gesamte Rentenversicherungsbeitrag beträgt zurzeit 18,6 %.

Die Pauschale, die der Arbeitgeber an die Minijobzentrale zahlt, beträgt 15 %.

Im Regelfall werden vom Gehalt des Arbeitnehmers die fehlenden 3,6 % durch den Arbeitgeber einbehalten und zusammen mit dessen 15 % an die Rentenversicherung abgeführt. Damit erwirbt der Arbeitnehmer persönliche Rechte gegen die Rentenversicherung.


 

Wer 450 € brutto verdient, bekommt bei Verzicht auf die Befreiung auch 450 € netto ausbezahlt.

Ohne diesen Verzicht sind es dann noch 433,80 € --> es fehlen somit die einbehaltenen 16,20 € in der Auszahlung.

Der SGB II-Empfänger muss sich darüber aber keine Gedanken machen:

Bei 450 € Einkommen hat er einen Anspruch (Freibetrag) von 170 € - resultierend aus dem Bruttobetrag, der dann vom Nettoeinkommen rechnerisch abgezogen wird.

Die Differenz (Nettobetrag - 170,- €) verrechnet das Jobcenter - es behält also

450,00 € - 170,00 € = 280,00 €

von der Grundsicherung ein.

 

Bei Zahlung an die Rentenversicherung sieht das Ganze so aus:

Das Jobcenter rechnet jetzt mit dem niedrigeren Nettogehalt von 433,80 € (450 € - 16,20 € = 433,80 €)

433,80 - 170,00 €  = 263,80 €.

 

Die logische Konsequenz:

Da der Schützling jetzt ein geringeres Nettogehalt ausbezahlt bekommt, gleicht das Jobcenter diesen Betrag aus. Der Schützlich hat genau so viel Geld wie er ohne Einzahlung in die Rentenversicherung hätte.

Vorteile:

  • Die Beitragszeiten werden auf die Rentenanwartschaft angerechnet.
  • Für die Niederlassungserlaubnis sind 5 Jahre Rentenversicherung nachzuweisen. Dazu zählt auch dieser Minijob.
   
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